Unser Krämerladen, die "Cooperativa"
 

Und das ist er in 2005, Schmuckstück und "Lebensader" der
damaligen Eichenthaler: der Krämerladen der Valentas, genannt
die "Cooperativa". Hier bekam man alles, was man zum täglichen
Leben  brauchte: Bonbons, Rasierzeug, "schmeckige" Seife, Öl,
Essig, Antinevralgic (=Kopfwehtabletten), denn alles andere,
wie Brot, Milch, Wein und Tzuica (= Schnaps)
das hatte ja jeder rechtschaffene Eichenthaler zu Hause ...
 
Heute ist die "Cooperativa" mit Gittern versperrt.
Da kriegst heut nix mehr zum Kaufen, keine Eugenia-Kekse
für uns Kinder, auch keinen Tabak für Tata,
kein Essig, Öl, Gerben (= Hefe) und keine Schlappen für Motter
oder Rheumasalbe für Oma und Otta (=Opa) ... Tes wor eenmol...!
 
Und die jetzigen Dorfbewohner laufen in die benachbarten Dörfer
Sakul (5 km), Salbagel-Silwaschel (2 km), um einzukaufen.
Große Einkäufe tätigen sie - genau wie wir vor Jahren - in
den Städten Karansebesch oder Lugosch.
 
Cooperativa 
           
 
Hellwach in Erinnerung geblieben ist mir auch das Wirtshaus
der Petris, wo zum Heiligen Martin, immer im November, die
Kirchweihfeier, also die "Kerweih" stattfand, und wo ab und
zu Filme gezeigt wurden. Dann spielte vor dem Wirtshaus
ganz laut die "Seidel"-Musik, damit auch alle am Abend
- nach getaner Arbeit - zum Filmegucken kommen.
 
 

Unsere Schule
 
Ich erinnere mich noch genau an das Schulgebäude, wo mich
der Orner-Lehrer in die "Geheimnisse" der Fibel einführte.
Ich lief schon mit 5 Jahren mit meiner großen Schwester zur Schule,
saß dort in der letzten Bank und durfte aus der Fibel auch ab und zu
 mal laut vorlesen. Am besten gefiel mir die Geschichte vom
"dicken, fetten Pfannkuchen" oder das Schreiben an der Tafel.
Au Backe, war das Schreiben des Wortes "Eichhörnchen"
aber schwierig!
  
           
 
Und könnt Ihr den Brunnen vor der Schule sehen?
So sahen sie damals fast alle im Dorf aus:

 
 Schule in Eichenthal
           
 
So, und das sind sie: meine ehemaligen Eichenthaler Klassenkollegen,
das Geburtsjahr 1952, mit unserem Lehrer und unserer Kindergärtnerin,
der Familie Anni und Karl Orner. Die kleinen Blondschöpfe dahinter
sind ihre beiden Töchter, ich denke, sie heißen Sieglinde und Adelheid.
 
Ich war bei der Bildaufnahme nicht mehr dabei, da meine Eltern
1960 mit uns schon längst in die Stadt gezogen waren.

 
Klassenkollegen 1952 
 
Ich glaube, jeder erkennt uns noch, denn wir haben
uns überhaupt nicht verändert, gell?
 
 
Und weiter geht's über unsere alte Eichenthaler Eiche ...

Gruß,
Annala,
​heute, am 3. Mai 2012

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