Alte Dorfbilder
 


Grüß Gott, meine lieben Landsleute!
 

Als ihr Euch in 1894 im Tal voller alter und dicker Eichen
niederließet, gelang es Euch nur durch harte Arbeit
dieses Eichental
in ein bewohntes schönes
Eichenthal zu verwandeln.

Das kleine Dorf war immer schon schön gewesen,

 

und es wurde Jahr für Jahr schöner und gepflegter:
 

 

Leider waren die Gassen in den trockenen Jahreszeiten
immer staubig, da kein einziger Fahrweg, geschweige
denn ein Gehsteig, asphaltiert war.

Es fehlten einfach die nötigen Mitteln dazu.

Und bei nasser Witterung war's auch nicht so schön,
da man auf befestigte Wege angewiesen war.
Aber alle Wege waren durchgehend geschottert und
jeder Hausbesitzer sorgte auch dauernd dafür,
dass kein Zentimeter Gehweg aufweichte.

Damit die Straßen befahrbar blieben, mussten diese
jährlich mit Schotter befestigt werden.

Dies galt auch besonders, nachdem alte schwere Panzer
auf der Rückfahrt vom Übungseinsatz der Soldaten
nahe der Gemeinde Jena, mitten durchs Dorf
Richtung Ebendorf rollten, und dabei die
ganze Hauptstraße aufrissen.

Da sich auf der 5 km langen Landstraße von Eichenthal
bis Sacu nach heftigen Regenfällen recht schnell tiefe
Schlaglöcher auftaten, musste auch diese regelmäßig 
mit Schotter bestärkt werden. Dies geschah natürlich
auch im gemeinschaftlichen Einsatz
aller Eichenthaler und ihrer Pferde samt Wagen.

Und da half jeder mit, besonders wenn er auch eigene Pferde besaß.
 

 


Fast jede Familie besaß mindestens eins bis mehrere
 Pferde hauptsächlich der Rassen Nonius oder Gidran,
die sie als Zug- und Arbeitstiere einsetzten.
Man züchtete freilaufende Hühner, Gänse, Enten
und besaß auch Kaninchen.

(Übrigens, beim Anklicken der unterstrichenen Bezeichnungen
könnt Ihr Euch die Erklärungen dazu in Wikipedia angucken.
Durch einen Klick auf die Rückwärtstaste <- ganz oben links,
kommt Ihr wieder zurück auf diese Seite der Homepage.)

 


 

Nonius im Einsatz

 

die Straße wird mit Schotter befestigt

 

 

Man konnte mit dem Pferdewagen durchs Dorf fahren,
zur Feldarbeit, in die Stadt, auf den Markt, 
zu großen kirchlichen Feiertagen, wie Taufe,
Kommunion, Firmung, Hochzeit und Ostern oder
ins Nachbarsdorf Ebendorf (Tschukosch - Stiuca) u.s.w.

 

Pferdewagen vor Stempers Haus in der mittleri Gass

 

 

 

Natürlich gab's auch junge Fohlen daheim auf dem Bauernhof;
und die durfte man dann ganz oft streicheln und füttern:

 

das kleine Fohlen am Bauernhof

 

Der guten Milch zuliebe wurden produktive
 Rinder der Rasse  Pinzgauer und Simmentaler gezüchtet.

Aber auch Schweine mit kleinen Ferkeln gab's auf
jedem Bauernhof. Und diese brauchte man, um im Winter
über die Runden zu kommen. Dabei wurden in jedem Haushalt
mehrere Schweine gezüchtet, besonders die produktiveren
 Rassen,  Schweine der Rasse Mangalitza und weiße Yorkshire,
denn die Familien waren groß und da mussten vor
Wintereinbruch gleich 2 - 4 Schweine geschlachtet werden.

 

Die Eichenthaler hatten auch schöne Weingärten.
Fast jede Familie betrieb Obst- und Weinbau. Beliebte und
ertragreiche Rebsorten waren "Hotteler“, „Steinschiller“ und
Portugieser. In der Regel wurde zum Schnapsbrennen noch
zusätzliches Obst von Bauern aus der Umgebung hinzugekauft.

 


 

Jede Familie hatte ein großes Haupthaus und eine
Sommerküche. Jeder Hof war mindestens ein Joch groß.
Die typisch schwäbischen Bauernhäuser mit dem Entstehungsjahr
im Giebel, Häuser die anfangs aus Lehmziegeln gebaut waren,
wurden später mit gebrannten Ziegeln erweitert und 
durch Renovierungsarbeiten laufend erhalten. 
  
So auch das Haus vom Stemper Sepp und seiner
Frau Nantschi  in der Mitterschgass:


das Haus der Stempers in der Mitterschgass

 

Stemper Otas Haus in der Mitterschgass

 

 

Vom Haupteingang hin zur Hofseite hatten die Häuser
einen offenen überdachten Flur, den so genannten Gang.
Dieser war auch immer schön geweißelt oder mit
schönen Blumenmustern bemalt. Und davor gab's
meistens ein schöner Blumengarten:

 

 

Ans Haupthaus waren eine Vorratskammer (die Speis) und
 anschließend der Viehstall angebaut, danach folgte der Anbau
für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte und dahinter
ein
Schuppen
  (der Hambar) und ein stabiler Sitz-Abort (Toilette).

Oft stand im Hof auch ein Brunnen mit gutem Quellwasser.
Oder so wie dieser hier: zum Auffangen von Regenwasser,
also nicht mit Trinkwasser für uns Menschen, sondern
nur für die Haustiere oder für die große Wäsche...
oder als geeigneter Versteckplatz, wenn Kinder
lustige Fang- oder Versteckspiele spielten.


 

 

Im Hinterhof hatte jedes Haus eine Scheune für Heu, Mais,
Getreide und Tierfutter. Jede Familie hatte eigene Rinder,
Schweine, Hühner, Gänse, Enten, Katze und Hofhund.
Einige Eichenthaler züchteten auch Tauben oder Bienen.

Im Hof, gegenüber vom Haupthaus hatte jede Familie eine
 Sommerküche, die hauptsächlich in warmen Monaten zur
 Essenszubereitung und im Winter zur Zeit der Schweineschlacht
genutzt wurde, um das Haupthaus vor Schmutz zu schonen.
 Dort in der Sommerküche hatte fast jedes Haus einen
Ofen
zum Brotbacken.

 

Gleich hinterm Zaun, da wo Blumengärtle den Hof
verschönerten, war's immer ganz gemütlich
zum Ausruhen oder gar zum Spielen:

bei der Stemper-Oma im Plumegärtl

 

 

An langen und lauen Abenden saß man nach getaner Arbeit
und bei gutem Wetter vor dem Haus und erzählte mit den
Nachbarn über dies und jenes, über Neuigkeiten oder alt
Bekanntes.

 

Plausch vor dem Haus 
 

 Oder man schmiedete Pläne, was man unternehmen
könnte, wen man wohl besuchen, wo man tanzen könnte ...
So wie diese drei jungen Männer vor dem schönen alten Haus,
die sich ja ganz fein - in Anzug, Schal und Mütze -
geworfen haben.

 

 

 

Die Häuser wurden außen wie innen immer sehr gut
in Schuss gehalten, die Zimmer und guten Stuben waren
sauber und seit den 1960er Jahren bereits recht gemütlich
und modern ausgestattet oder sogar schon "herrisch" möbliert.

Oft bestand die Brautsteuer schon aus Wohnzimmermöbeln
aus der Stadt, mit Sitzecke, Sesseln, Vitrinenschrank
und sogar einem dicken Teppich im guten Zimmer.
  

 

 

 

Das Dorfbild änderte sich natürlich mit den Jahren...
Doch darüber ging's bereits im vorherigen Kapitel,
aber auch in einigen weiteren bei FOTOS.

Guckt Euch das gern gleich an, gell?!

Es grüßt euch,
's Annala,

heute, am 8. Mai 2012 

 

 

 

 

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