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Des erschti Kind in Eichenthal
(Das erste Kind in Eichenthal)

 

Dies ist eine wahre Geschichte vom und über das erste
Eichenthaler Schwabenkind, dem Tischer Ludwig, im
Gründungs- und Ansiedlungsjahr von Eichenthal,
also in 1894.

Der Erzähler der Geschichte, Ludwig TISCHER, oder wie
wir Eichenthaler das umgangssprachlich zu sagen pflegten,
der Tischer Vedder Ludwig, ist leider Gottes schon von uns
gegangen. Geblieben sind aber seine eigenen Worte, die in
den 1970er Jahren als Beitrag in der 
Bukarester deutsch-
sprachigen Zeitung, dem 
Neuen Weg, vom damaligen
Redakteur
Walther Konschitzky, aufgezeichnet wurden. 

  Der Zeitungsartikel ist in unserem Eichenthaler banat-
schwäbischen Dialekt geschrieben und gibt gleichzeitig
Einblicke in die Geschichte des Dorfes als auch in den
Dialekt, den die Eichenthaler seit je her und auch heute
noch sprechen.

Weiter unten gebe ich dann noch paar weitere Einzelheiten
zu unseren Dialekten in Eichenthal und deren Eigenheiten.

Doch vorher nehmt Euch bitte kurz Zeit und lest den Beitrag
vom ersten Kind in Eichenthal, dem Tischer Vedder Ludwig.
 So werdet Ihr zu unmittelbaren Zeitzeugen unserer Geschichte
und unserer Sprache. Ich danke Euch allen!


 


Seit der Besiedlung des Tals der Eichen in 1984
wurde in Eichenthal "schwowisch" also
banatschwäbisch
  gesprochen. Diese Mundart hatte anfangs diverse Schattierungen,
je nach dem Herkunftsort der Zuwanderer. Sie kamen aus
diversen schwäbischen Dörfern aus dem Banat, also aus
 Lazarfeld(38), Setschan (20), Kleck (16), Franzfeld (10),
Sartscha (8), Ernsthausen (6), Stefansfeld (4), Großjetscha (16),
Kleinjetscha (4), Rudolfsgnad (4), dann je 2 Zuwanderer
aus
Tschene, Ujfalu, Jarkowatz, Etschka, Johannisfeld,
Sackelhausen, Deta, Tschawosch, Szöreg, Apátfalva,
Medves, Ujwar, Tschanad, Ofsenitz, Nitzkydorf, Bakowa,
Mramorak, Csősztelek, Wetschehausen, Karlsdorf,
Sigmundhausen, Rekasch, Josefsdorf; dann je ein Siedler
aus
Fodorhausen, Ebendorf und Hatzfeld.

Ursprünglich kamen diese Eichenthaler Siedler aus der
Pfalz, aus Schwaben, Rhein- und MainfrankenBayern,
vom
Schwarzwald im damaligen Königreich Württemberg
aus dem 
Saarland, dem Mosel-Eifelgebiet, aus Elsass,
Lothringen und anderen deutschen Gebieten.

Nach knapp dreißig Jahren "Eichenthal" setzte sich
letztendlich die Mundart des aus 
Setschan stammenden
Gastwirtes Adam Rettinger durch. Und das, dank der
guten Frequentierung seines Wirtshauses, wo man sich
oft traf und rege Neuigkeiten austauschte.

 Und jenes "Schwowisch" sprechen wir auch heute noch.

Neben "schwowisch" wurde in Eichenthal auch deutsch-
böhmisch
gesprochen. Ursprünglich stammten die
Deutschböhmen aus dem 
Böhmerwald, aber auch aus
dem
Bayerischen Wald, aus der Oberpfalz, aus Böhmen,
Mähren, der Slowakei. Sie besiedelten 1827 – 1828 als
 Waldbauern das
Banater Bergland südlich von Reschitz
am Fuße des Semenic-Gebirges im Banat
 und gründeten
dort die Banater Bergdörfern Wolfsberg, Weidenthal,
Slatina, Sadowa und Lindenfeld.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, also um 1918, kamen
 aus jenen Bergdörfern 85 
Böhmen nach Eichenthal und
  integrierten sich da ganz in das schwäbische Dorf.  

Sie sprachen zu Hause und im Freundeskreis selbst-
verständlich ihren eigenen, den "böhmischen" Dialekt,
nur die Jüngeren übernahmen schnell die „schwäbische“
Mundart der Eichenthaler als Umgangssprache im Dorf. 

 Böhmisch klingt heute fast so wie der Dialekt, den die
Oberbayrer hier sprechen. Viele ehemalige Wolfsberger
leben heutzutage auch hier in der Gegend um Traunstein,
Waldkraiburg und den Chiemsee und können hier ganz
problemlos ihre alte böhmische Muttersprache sprechen,
ohne dass man sofort den Unterschied zwischen ihrer
Sprache und der der hiesigen Bevölkerung heraus hört.

Leider haben wir drei Geschwister nie Böhmisch sprechen
gelernt, da die Oma nicht bei uns im Hause lebte und meine
Mutter, ähnlich wie viele andere Eichenthaler/innen, eine
"Mischehe" mit einem "Schwaben" eingegangen war. Und
dann wurde meistens schwowisch, also unser Eichenthaler
"Schwäbisch", gesprochen.

Nur ganz wenige Ansiedler in Eichenthal waren ungarischen
oder rumänischen Ursprungs.
Auch sie sprachen ganz
schnell das Eichenthaler "Schwäbisch", was natürlich bis
in die 1940er Jahre auch zur Vereinheitlichung unserer
Eichenthaler "schwowischen" Sprache beitrug.

​Es grüßt Euch derweil

​Euer Annala,

heute, am 2. Mai 2014

  

... hier geht's bald weiter....

 

 

 

 

 

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