Da lachen sogar die Hühner...

 

Es gibt mal wieder eine kleine lustige Erinnerung, die
mir gerade in den Sinn kommt und die ich Euch gerne
hier erzählen möchte. Es geht um unsere Hühner...

Jeder Hof in Eichenthal hatte Geflügel: Hühner mit
 
Küken und Gockelhahn, dann Gänse, aber auch paar
 
Enten, jedoch kaum Puten.

Wir hatten ganz viele Hühner zu Hause in Eichenthal.
Gefühlsmäßig müssen das paar Hundert gewesen sein;
hauptsächlich braune, aber auch weiße oder gesprenkelte.
Dazu dann noch paar kleine Zwerghühner, sogenannte
"
Gredl-Hühner". Ihr kennt die bestimmt doch auch?

Unsere Hühner waren absolut zutraulich und ahnungslos.
Sie liefen während des 
Fütterns unseren Eltern und auch
 uns Kindern immer auf Schritt und Tritt hinterher.

 Wir konnten sie streicheln und sogar mit ihnen reden.
Dabei hoben sie ihren Kopf schräg nach oben, schielten
  uns mit einem Auge an, so als ob sie uns verstehen
würden, und gackerten unermüdlich vor sich hin.

 So ungefähr habe ich heute noch unsere Hühner
in Erinnerung:

 

 

 

Sie blieben so lange in unserer Nähe, bis wir sie
weg scheuchten, was gar nicht so einfach war
.
Und das sollte ihnen einmal fast zum Verhängnis werden.

  

Ich hatte neben meinen beiden Geschwistern noch ganz
 viele Spielkameraden in der Mitterschgass: besonders
Adriana und ihre Schwester Geta, dann Anni und Käthi
und noch ein paar mehr. Auch hatten wir im Sommer
ganz viel Zeit zum Spielen. 
Langeweile kannte ich
eigentlich nie! Auch 
hatten wir meistens ganz viele
 Ideen. So wie damals im Sommer 1957 oder 1958,
als ich gerade mal 5 oder 6 Jahre jung war. 

 

Unsere Eltern waren - wie so oft - voll beschäftigt
und wir Spielkameraden "kümmerten" uns in aller Stille
um unsere Hühnerschar
... Sie liefen uns sowieso
immer hinterher, sogar bis rein in die Sommerküche,
die drüben über dem Hof lag und Sommer wie Winter
als Speise-, Wein- und Vorratskammer diente.

Die Hühner wollten einfach nicht raus, wenn man sie
weghuschte mit: "Husch-husch, raus von hier, du Huhn!"
Und da musste doch mal nachgeholfen werden!

      

Und so versammelten wir uns an einem heißen Sommer-
tag klammheimlich in der Sommerküche und "arbeiteten":
 wir bastelten und schrieben richtig tolle Namensschilder,
rührten einen richtig guten "Klebstoff" an, so wie wir
diesen auch im Kindergarten oder in der Handarbeits-
stunde in der Schule nutzten: eine dicke klebrige Pappe
aus Mehl und Wasser, die erfahrungsgemäß lange und
gut haftete.

Und nach einer kleinen Ewigkeit, die wie im Flug verging,
waren wir endlich fertig! Nun, hübsch sahen unsere
Hühner nicht gerade aus, so mit Zettel und Pappe über-
all! Aber
jedes Huhn hatte jetzt einen Namen so wie
wir alle auch! Und den konnte nun 
jedes blinde Huhn
gleich erkennen. Das war total praktisch! Toll!

Meine Mutter fiel aus allen Wolken, als sie unsere
"Kunst" durch den Hof laufen sah:
Da liefen "Annala",
"Rosl", "Geta", "Adriana", "Anni", "Liesl", "Hildegard",
"Eva", "Christl", "Käthi", "Erna", "Hilde", "Renate" und 
fast das ganze weibliche Dorf laut gackernd hinter ihr
her durch den Hof. J
edes Huhn hatte ein Namensschild
 auf den Rücken geklebt,
und so viel Pappe drauf, dass
man die Farbe der armen Hühner darunter gar nicht
mehr erkennen konnte.

Meine Mutter wusste gleich nicht, ob sie weinen oder
lachen sollte...
Sie war auf jeden Fall zuerst sprachlos,
holte dann aber tief Luft und begann mit der Schadens-
begrenzung. Sie musste jedes einzelne Huhn einfangen,
was bei der Zutraulichkeit der Hühner ja nicht so
schwierig gewesen sein mag
. Dann musste jedes einzelne
Huhn gut abgeschrubbt werden, denn das "Teufelszeug"
klebte fest und in dicken Mengen in dem sonst so
schön braun glänzenden Federkleid .

Heute können wir über diesen Streich nur schmunzeln.
Vielleicht lachen heute sogar die Hühner darüber,
 aber l
iebe Kinder, macht das bitte-bitte nicht nach!  
Arme Hühner!

 

Es grüßt Euch alle ganz herzlich
Euer Annala,

heute am 13.Jänner 2015
 

 

 

 

 

 

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