Meine Generation:
 


Wir sind die Nachkriegsgeneration,
geboren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, eine
Generation, die man auf den ersten Blick als
glücklich einschätzen könnte.

Ja, da hätten viele sogar Recht damit, denn wir haben
keinen Krieg erleben müssen. Wir haben "nur" die
Kriegsfolgen zu spüren bekommen. So trauerten wir
damals um Angehörige und Nachbarn, die nach dem
Krieg oder nach der Russlanddeportation nicht mehr
ins Dorf zurückgekehrt sind. Und wir vermissen sie
auch heute noch...


Wir hatten eine relativ glückliche und behütete Kindheit,
aber wir mussten die harten Nachkriegsjahre hautnah
miterleben: Wir wurden in ein sozialistisches Land
hineingeboren, wurden fleißige Jungpioniere,
mussten die sozialistische Planwirtschaft in unsere
Köpfe reinlassen und verstehen lernen, doch wir
verstanden gleichzeitig, dass wir nur unseren Eltern
glauben und vertrauen mussten, die jenes Regime
nur widerwillig akzeptieren konnten und uns zu
tüchtigen Menschen erzogen. Und so gelang es uns 
ganz gut, den Schein von der Realität zu unterscheiden.

Unser schönes Dorf, unsere in Eichenthal verbrachte
Jugend und die vielen schönen Kindheitserinnerungen,
all das half uns all die Jahre hindurch, nicht mehr ganz
so wehmütig an die Vergangenheit zurück zu denken,
sondern neue Zukunftswege zu suchen. Denn unsere Kinder
und Kindeskinder sollen es mal besser haben als wir.

Und letztendlich waren wir es, die den Weg zurück zu
unseren Wurzeln, nach Deutschland, in eine alte, aber
für uns unbekannte neue Welt, zurückfanden.

Es war nicht leicht, die alte Heimat gegen die neue
einzutauschen, denn in Gedanken sind wir - also ich
zumindest allemal - sehr oft  zurück in Eichenthal.
Ich denke, wir sind "die wehmütig glückliche
Eichenthaler Generation".


Und das waren wir im Jahr 1955:
wir drei Geschwister und unser Nachbarbub, der Karl.
Übrigens, unsere Tüpfelchen-Kleider und das dazu
passende Hemd für Seppy hat Mama für uns geschneidert:

Nachbarskinder 1955


Auch diese Marine-Mädchenkleider hat uns unsere
Mutter genäht. Der hübsche "Anzug" meines Bruders
war
ein Geschenk von der Tante aus der großen Stadt:

 


 

Das nächste Bild stammt von einem Schulfest im 
Jahr 1956-57.
Ich stehe ganz vorne in der Mitte
und trage diesmal ein kariertes Kleidchen,
das mir auch meine Mutter genäht hat:

 

 

Meine Schwester und mein Bruder stehen nebeneinander
in der zweiten Reihe etwas links im Bild. Man erkennt sie
leicht an ihren hellblonden Haarschöpfen; man nannte uns
übrigens wegen unseren hellblonden Haaren
"die  drei Schneider-Schimmel".
Alles klar, gell?

 

 

 

Und im großen Bild weiter unten sind wir alle nochmals im Schul-
​jahr 1956 - 57 mit unserer Kindergärtnerin, Frau Anni Orner:
Mein Bruder Seppy und ich stehen - zwei Blondschöpfe neben-
neinander - als 4. und 5. in der obersten Reihe links im Bild; 
und meine Schwester Rosl - auch in der obersten Reihe,
aber die vierte von rechts.

Und der kleine schmollende Matrose in der  untersten Reihe rechts,
das ist doch niemand anderer als Erwin, unser Cousin. Klar doch?!

Und Eva Bohmann kniet artig, mit großem dunklem Mascherl in
ihren hellblonden Haaren, hinten zwischen den beiden Matrosen.

Wir waren schon eine ganz schöne Rasselbande, uje-ujeee,
und nur eine einzige Kindergärtnerin ... 
  Hut ab!

 

Und hier sind wir nochmals alle im Schulhof, wieder mit unserer
 Kindergärtnerin, aber diesmal nach einer Schulfeier.  Da stehen
doch jede Menge kleiner fescher Tänzer, scheinbar nach
einem Tirolertanz...

Ich stehe da in der zweiten Reihe ganz links im Bild mit dem
Blick zu meinem Tanzpartner gewandt. Meine Schwester Rosl
mit ihren dicken hellblonden Zöpfen in der Mitte und mein
Bruder Seppy ganz rechts neben einer kleinen schwebenden Fee.

Und wer hat das schönste Mascherl in den Haaren? Eva! Da ganz vorne
in der ersten Reihe links im Bild neben ihrem Schwesterchen Christine.

Und das da unten im Bild war eine tolle Tanzgruppe!
Rosl, meine Schwester steht hier mit ihren Klassenkameraden,
dem Geburtsjahr 1950, ganz rechts neben ihrem Tanzpartner,
 dem (etwas jüngeren) Otti. 

Dahinter steht das Lehrerehepaar Anni un Karl Orner,
die Leiter der erfolgreichen Tanzgruppe:


die jüngste Eichenthaler Tanzgruppe


 

Und weiter unten, da sind auch paar meiner Klassenkameraden,
das Geburtsjahr 1952, im Jahr 1960, als ich schon nicht
mehr an der Eichenthaler Schule mit dabei war.

Ihre Namen hat mir keiner in Erinnerung rufen müssen,
vermutlich habe ich sie trotz der verflossenen Zeit
nicht vergessen können, obwohl ich schon mit sieben
weg war und danach nur noch ein bis zweimal
die großen Sommerferien bei Tanten und Onkels in
Eichenthal verbrachte. Es waren wohl schöne
unvergessliche Kindheitsjahre!

1. Reihe von u. links: Ferdinand, Erna, Matzi, Hildegard, Helmuth, Eva;
2. Reihe von links: Jakob, Anni, Franzi, Adriana, Karl, Anna;
und die Orners: Anni und Karl mit den Töchtern Sieglinde und Adelheid:



 

Und hier folgen weitere Eichenthaler Schülergenerationen,
die an diversen kulturellen Veranstaltungen teilnahmen:




 


 

Das ist ein jüngerer Schülerjahrgang,
fotografiert im Jahr 1964:


 

Das sind Eichenthaler Schulkinder, Geburtsjahr 1955,
teils in Pionieruniform mit roter Krawatte und
die Mädels mit weißem Schülerinnenhaarband,
und teils in einer Tanzuniform:
mit Miederleibchen, Rock und Schürze,
wahrscheinlich bei einer Schulfeier.

Unter diesen Kindern erkenne ich auch meine
beiden Cousins, den Erwin (oben 3. von rechts)
und den Mischi (Mitte 3. von links), die - so wie
alle anderen - ganz tapfer in die Kamera lächeln:



 


Und hier unten noch gute Schul- und Spiel-
kameraden: Erika, Jakob und Christine.
Ein hübsches Bild, gell?!

 


Heute sind wir alle in der ganzen Welt verstreut,
sehen uns aber ab und zu bei unseren Eichenthaler Treffen.
Oder wir hören von dem einen oder dem anderen,
wenn man sich in Gesprächen austauscht. 
  
Und für jeden schrieb das Leben eine Geschichte,
eine Eichenthaler Geschichte...

 

Es grüßt Euch alle ganz herzlich,
und es denkt ganz lieb an Euch,

egal wo Ihr gerade seid,

Euer Annala....

heute, am 20. November 2012

 

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