Nachruf auf Helmuth Schneider


Der 2. Dezember 2015 ist ein ganz trauriger
Tag für mich, aber nicht nur für mich:

Helmuth Schneider
ist nach schwerer Krankheit und unsäglichem
Leiden heute für immer von uns gegangen.

Das ist eine unfassbare Nachricht, die kaum
einer
begreifen mag, am aller wenigsten aber ich,
denn ich hab Helmuth doch erst im Herbst 2010
beim letzten Eichenthaler Treffen in Asbach-
Bäumenheim getroffen und mit ihm über Gott
und die Welt gesprochen, über seine Familie,
über seine Reiseträume und seine großen
Weltreisen mit dem Reisemobil.

Bei einem späteren Telefonat hielt er seine
kleine Enkelin auf dem Schoß und erzählte
mir sichtlich stolz über seine Erfahrungen
als glücklicher au-pair-Opa.

Hier ein paar Worte, die ich hier in
der Eichenthaler Homepage über Helmuth
geschrieben habe und die ich jetzt in
trauriger Erinnerung an ihn gerne als
Nachruf auf ihn wiederholen möchte.

Helmuth Schneider, geb. 1952 - so wie ich auch -,
war mein ehemaliger Klassenkollege aus dem
kleinen banatschwäbischen 400-Seelen-Dorf
Eichenthal, mit dem ich die Schulbank,
- allerdings nur für paar Monate und nur zu
Beginn der ersten Klasse - beim Lehrer
Karl Orner, drücken durfte.

 ​Helmuth zog in den 1977 mit seiner
Familie, also mit seinen Eltern und der
jüngeren Schwester Erika, von Eichenthal
​nach
Temeschburg, wo sie alle, bis zur
Aussiedlung nach Deutschland, im
Stadtteil Mehala wohnten.

Helmuth studierte an der Musikhochschule
der 
West-Universität Temeswar und
arbeitete als erfolgreicher Musiker am
Temeschburger
Deutschen Staatstheater.
Seine Auftritte mit den Geschwistern Salm
waren immer ein Highlight, ein Genuss und
ein Muss für jeden Musikliebhaber im Banat.

Auch baute er eine Musikband und eine
Blasmusikkapelle mit den Jungs aus der
Mehala auf, unter denen viele ehemalige
Eichenthaler Landsleute waren, mit denen
er oft auftrat und für die er auch eigene
Musikstücke komponierte.

Angekommen in Deutschland, studierte er
IT-Informatik, widmete seine Freizeit aber
trotzdem noch seiner geliebten Musik und
natürlich seiner jungen Familie.

Er blieb weiterhin in Kontakt mit seinen
ehemaligen Musikfreunden und war Mitglied
der beliebten und sehr erfolgreichen

"Original Kaiserstühler Musikanten 
" mit

"unseren" berühmten und beliebten Sängern
​aus dem Banat, Helga und Werner Salm.

 ​Auch nach seinem Umzug mit Frau und
Kind aus dem Breisgau ins Bayerische,
in die Nähe von Nürnberg, blieb Helmuth
- neben seiner Tätigkeit als IT-Informatiker -
 immer der Musik treu und wurde bereits
1995 Mitglied und bald Kapellmeister der

Wiesengrundmusikanten, für die er auch
eigene Musikstücke komponierte.

Wir beide sahen uns Jahrzehnte lang nicht,
denn unsere Wege trennten sich bereits in
der alten Heimat: Er zog mit seiner Familie
nach Temeswar und ich zuerst nach Reschitz.
Daher 
war unsere Wiedersehensfreude umso
größer, als wir beide uns nach vielen Jahren
räumlicher Trennung zum ersten Mal in den
1990er Jahren im bayerischen Asbach-
Bäumenheim begrüßen und umarmen konnten,
so als ob keine kleine Ewigkeit zwischen
Eichenthal und der neuen Heimat liegen würde.

Bei der Gelegenheit bat ich Helmuth um sein
persönliches Einverständnis, das Eichenthaler
Heimatlied ("Heimatgruß"), getextet und kompo-
niert von seinem Vater,
Heinrich Schneider,
(*10.12.1923 - 26.04.2000) und so wie es 1963/64
vom deutschen Temeswarer Radiosender mit
den Eichenthaler Blasmusikanten aufgenommen
worden war, in meine Homepage stellen
zu dürfen.

Helmuth gab mir diese Einwilligung sofort,
ohne Umschweife oder Bedenken. Und diese
großzügige Geste ist gar nicht so selbst-
verständlich, da heutzutage Hunderte von
gesetzlichen Hürden zu überwinden sind, bis
 man etwas veröffentlichen kann oder darf.

Das Eichenthaler Heimatlied ist kein
fremdes Gut für uns Eichenthaler, denn es
gehört wie selbstverständlich zu uns und zu
jeder Feierlichkeit; es ist ein Heimatgruß,
mit dem wir aller Eichenthaler Landsleute
von nah und fern, im Leben und im Tod, in 
Liebe und Respekt gedenken. Und das zur
 Hymne gewordene Heimatlied ist aus unseren
Herzen und Köpfen nicht mehr wegzudenken.

 Gewidmet habe ich das Video mit unserem
Heimatlied all meinen Landsleuten, die seit den
 1960er bis Ende der1970er Jahren das banat-
deutsche Dorf Eichenthal verlassen mussten
und jetzt in der ganzen Welt verstreut leben.

Und gerade deshalb war und bin ich Helmuth
so dankbar, dass ich es in meiner Eichenthaler
Homepage präsentieren durfte und drückte
 ihm am
4.September 2012 darin meinen
 herzlichsten Dank dafür aus.

Helmuth hat uns Eichenthaler Landsleute mit
seiner Stimme und - immer wieder begleitet auf
seinem Akkordeon - zum gemeinsamen Singen
unserer "Eichenthaler Hymne" angespornt und
uns mit seiner guten Laune angesteckt.

Und nun ist Helmuth nicht mehr da?
Für immer von dieser Welt gegangen?
Er wird uns allen sehr stark fehlen.

 Im Herzen wird Helmuth bei allen Eichenthaler
Landsleuten unvergessen bleiben und weiterleben.

Der liebe Herrgott gebe ihm die ewige Ruhe
und seiner Familie, seiner Mutter und Schwester,
und all seinen Angehörigen, die Kraft, diesen
immensen Verlust so gut es geht, zu verkraften.

Ich werde dich immer und ewig vermissen,
lieber Klassenkollege aus dem kleinen Eichenthal.


In traurigem Gedenken,

 

Annala


heute, am 02.12.2015


 
 

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