Grüß Gott, liebe Gäste und Leser.

 
Ich bin's Schneider Anny aus Eichenthal
Klar! Ihr kennt mich doch, gell? 
 
Was, nee? Nun denn sag ich Euch gleich mehr zu mir ...
und wenn ich Euch jetzt meinen Spitznamen verrate,
oder besser den meines Vaters, dann klingelt's bestimmt

bei allen ... also zumindest bei den Eichenthalern!  
 
Wenn ich zu den Eichenthaler Treffen nach Bäumenheim
nahe Donauwörth komme und dort mutig jeden mir
noch unbekannten Landsmann anrede und sage:

"Wer bischt Du? .......
 Ich bin's Schneider Anny,
dem Schneider Sepp sei kleenschti Tochter",

dann schaut mich mein lieber Landsmann fragend an  
und kann mit mir noch nix anfangen.


Wenn ich aber sage:
"Du, ich bin's Annala,
dem Poissi Sepp sei kleenri Tochter",

dann wird's sofort hell bei meinem Gegenüber...
Und siehe da ... man weiß sofort, wer ich bin.
 
Unter diesem Namen - "Annala", vermutlich hergeleitet
von "Annerl" - kannte mich jeder im Dorf; denn "Annala"

wurde ich daheim gerufen, zuerst von meinen beiden
Geschwistern, denen als Kleinkinder die Aussprache
von "Annerl" ​sicherlich schwer gefallen sein musste,
und dann auch von
meinen Eltern und letztendlich
von allen Eichenthaler Bekannten und Landsleuten
.
 
Und für die meisten Eichenthaler bin ich dann "'s Annala"
geblieben - was ich heute noch ganz witzig und auch
herzig finde -  obwohl man mich seit dem Verlassen
des Dorfes in 1960 überall, also in der Familie, in der
Schule, von Freunden und sonstwo nur noch "Anny" ruft.
 ... Witzig, gell?   
 
Habt Ihr auch das Gfrett (= Probleme) mit solchen
Spitznamen oder gar mit Euren eigenen?
 
  
Hier noch ein zweiter Hinweis:
Mein Vater, der Schneider-Sepp, ist mit uns, also mit
meiner Mama und uns drei Kindern, bereits 1960 als
erster aus dem Dorf weggezogen - ich war erst sieben -
damit wir nicht in die rumänische Schule ins 5 km
entfernte Nachbarsdorf Sakul radeln mussten... 

 
Apropos Poissi-Sepp! Mein Vater wurde jedes Mal fuchs-
teufelswild, sobald ihn jemand mit "Poissi Sepp" anredete.

Und als wir Kinder irgendwie - irgendwann Spitz davon
kriegten, versuchten wir ihn ab und zu mit diesem
Spitznamen
zu ärgern... Fies, gell? 
 
 
Wollt Ihr auch wissen, wo Eichenthal liegt? 
 
Wie? Das wisst Ihr auch nicht? So ein schmuckes, schönes
nettes, einmaliges und unvergessenes Schwabendörflein!
Dann könnt Ihr mal raten, denn auf der Landkarte vom Banat
gibt's das Dorf "Eichenthal" seit vielen Jahr nicht mehr...
 
Erster kleiner Hinweis: Eichenthal hieß mal
in der österreichisch-ungarischen Ze
it Gyulatelep
- sein kurzer Spitzname war Gyula.
 
Ahaaa, jetzt ist's schon ein Begriff, gell? Oder immer noch nicht? 

So, aber jetzt wisst Ihr vielleicht immer noch nicht,
wo Eichenthal liegt und was daraus wurde! 
Heute heißt das Dorf nur noch Salbagelu-Nou ...
Traurig, aber wahr !


 Deshalb werde ich Euch hier mehr darüber zeigen und erzählen,
denn mein Mann und ich waren zum ersten Mal in 2005 dort,
um das Dorf und den Friedhof meiner Ahnen aufzusuchen...
 
Übrigens im September / Oktober 2012 habe ich einen
wissenschaftlichen Beitrag über Eichenthal verfasst und in  
der Enzyklopädie Wikipedia veröffentlicht, damit jeder etwas
mehr
über das "verschwundene" deutsche Schwabendörflein
aus dem Banat erfahren kann.


(Übrigens zurück aus Wikipedia kommt man durch einen Click auf
den "Pfeil zurück", also auf 
, ganz oben links auf Eurem Monitor)

Und das ist der Link zum Anklicken:

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C4%83lb%C4%83gelu_Nou

 

So, das war ein erster schwerer Anfang heute für mich...
 
Dankeschön für Eure Geduld und Grüß Gott, 
sagt Euer Annala,
​   heute, am 1. Mai 2012    
 

 

 

 

 

 

 

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